”Writing. You become addicted. Writing is a drug, too.”

Ein Interview von Thomas Bernhard lesen. Es ist Nacht. Es ist windig.

”Writers work at night”, sagt er.

Thomas Mann war, langweilig und uninspiriert, gutbürgerlich und schrieb für ein bürgerliches Publikum. Typisch deutsch-gutbürgerlich.

”The typical German-language writer. If long hair is in fashion, then he has long hair, if it’s short hair, then his is short too. If the left is in government, he runs to the left, if it’s the right, he runs that way, always the same. They’ve never had any character. Only those who died young, mostly. If they died at 18 or 24, well, at that age it’s not so hard to maintain some character, that only gets hard later. You get weak. Under 25, when no one needs more than an old pair of trousers, when you go barefoot and content yourself with a gulp of wine and some water, it’s not so difficult to have character. But afterwards. Then they all had none. At 40 they were all absorbed into political parties, totally paralysed. The coffee they drink in the morning is paid for by the state. And the bed they sleep in, and the holidays they go on, all paid for by the state. Nothing of their own any more.”

Q: Could a German author write the same way as an Austrian?

A: ”Certainly not. Thank God. The Germans are unmusical, it’s something quite different. And it’s noticeable. Before you even open the book you notice it, even in the title, a quite different… it has a totally different stink to it.”

”Writing. You become addicted. Writing is a drug, too.”

”You have to be here and be there. If you only frequent one section of society it’s stupid. You end up stunted. You need to take in and cast off as much as possible all the time. Most people make the mistake of remaining within a single caste and class, only mixing with butchers because they’re butchers, or only with bricklayers because they’re bricklayers, or with labourers because they’re labourers, or counts because they’re counts, or kings.”

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Fernsehauftritt

 

Schon damals, als ich mit Ulf Poschardt in der Sendung ”Willkommen in Österreich” auftrat und über ihn, auf ihn, ein Glas Wasser ausschüttete, wusste ich, dass aus mir mal etwas ganz Großes werden sollte. Dabei war mein Auftritt in dieser Sendung eher ein Missverständnis. Christoph Grissemann und Dirk Stermann hießen die Moderatoren. Das hatte ich nachts bei Wikipedia gelesen. Ich befand mich in einem Zustand der verzehrten Wahrnehmung der sogenannten Realität bedingt durch illegale Substanzen, die ich mir einverleibt hatte, weil ich im Einverleiben ziemlich gut bin. Nicht jeder muss viele Talente haben. Ein oder zwei reichen völlig aus und an den anderen kann man ja arbeiten. Es ist noch kein Meister vom Himmel gehalfen, außer vielleicht ein Genie, was aber die wenigsten Menschen sind. Nach dem Einverleibnis – ich benutze das als schlechten Witz, um zu unterstreichen, dass mein Ego groß genug ist für schlechte Witze – hatte ich das alles ein bisschen verwechselt. Christoph Grissemann hielt ich für den französischen Fußballspieler Antoine Griezmann und freute mich schon auf unser Zusammentreffen. Die Ernüchterung war groß, als ich dann auf einmal vor diesem Thomas Gottschalk, Dolly, das Schaf-Klon saß. Da war noch ein anderer schrecklicher Mann. Brauchte ich eine neue Brille? Mehr Schlaf und Nüchternheit? Oder was war das? Als ich verstanden hatte – ich bin ein Schnellschalter in Denkfragen, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelte, konnte ich meine Verärgerung und Enttäuschung nur schlecht verstecken. Als dann noch dieser schreckliche Ulf auftrat, da konnte ich mir nicht anders helfen. Es war alles in allem kein sonderlich guter Fernsehauftritt. Nur beim Buffet hatte ich ordentlich zugelangt.  Der Östereicher oder auch die Österreicherin, wenn sie mal reden darf, nennt das Büffet. Der Bauch hing mir schon aus der Hose. Ich hielt ihn mir. ”Voll meta,” sagte der dumme Ulf, den ich deshalb Dulf nannte. ”Bitte nicht meta,” sagte ich. ”Das ist so ein Trend-Wort der Pseudointellektuellen. Ich als Intellektuelle mag das nicht. Ich möchte auch nichts mehr von Filter bubble oder Filterblase hören oder welche Wörter DU nicht magst und bitte keine Witze über Bitcoins und Hipster, du Wichser.” Ich vergaß für einen kurzen Moment meine guten Manieren. Einer der schrecklichen Moderatoren-Männer machte einen ”Witz” über Natascha Kampusch. Ich holte meinen Pfefferspray aus meiner Lui-Witöng-Tasche und sprühte ihn damit ein. Ich musste an Patrick Süskinds ”Das Parfum” denken. Es ist nicht immer leicht ein Star zu sein.

In Wien

Gestern saufen im Beisl, heute verkatert zu Voodoo Jürgens.

Ich habe ihn am 2. Mai in Berlin verpasst, weil ich (da auch) zu verkatert war, um mir rechtzeitig eine Karte zu kaufen. Ein Bekannter, der zu dem Konzert mitkommen wollte, wollte uns Karten an der Abendkasse kaufen, aber als er dort ankam, waren sie schon ausverkauft, worüber ich ein bisschen traurig war.

Ich bin im Nachhinein froh darüber, dass ich ihn in Wien live gesehen habe. In Wien, seinem Zuhause, in seiner Stadt, in der man ihn versteht.

Und jetzt gebt den Sandlern Göd.