Generation Z

Ein paar junge Frauen Anfang 20. Nicht älter als 22. Die älteste ist vor drei Wochen 22 geworden und fühlt sich ”alt”. Wie ich. ”Damals”. Ich unterhalte mich mit ihnen in Frankreich. Sie sind US-Amerikannerinnen, eine Französin, eine Britin. Sie sind hübsch, modisch, nett. Sie haben sich bei Instagram kennengelernt. Sie sind so jung und auf eine Art auch weise. Vor allem für ihr Alter. Die eine ist sogar erst 17. Sie unterhalten sich über Liebe, Selbstfindung und Einsamkeit, Selbstliebe, ”what’s your purpose”. Die eine liest Eckhart Tolle. Sie sind völlig unironisch und cool. Ironisch ist ja eher etwas, dass man ”meiner Generation” zuschreibt. Sie fragen mich nach Instagram. Es ist mir ein bisschen peinlich, weil ich Instagram nicht benutze und bei meinem Account vielleicht 20 Follower habe. Sie haben alle über 100 000. Sie reden so, als wären wir im gleichen Alter. Ich sage nichts.

Es ist schön mit ihnen zu reden. Sind sie doch ganz anders. Zwei von ihnen sind ein Paar. Sie halten sich an den Händen und küssen sich. Sie fragen mich, ob ich mit ihnen Acid nehmen möchte. Ich verneine. Ich fühle mich schon ein bisschen so als hätte ich es genommen. Die Jugend von heute.

Nachts

love

Zimmer mit Aussicht. Mit Blick auf die Garonne. Straßenlaternenlicht spiegelt sich in den zarten Wellen. Sie ist nicht grün wie am Tag. Straßenlärm. Es ist noch nicht spät. 00:05.

Wenn nur noch Pastis da ist, um sich zu betrunken und der kleine Supermarkt von gegenüber schon geschlossen hat. Wenn man irgendwie ein bisschen einsam ist und gerne mit Freunden in einem Restaurant oder Bar draußen sitzen und Wein trinken würde. Draußen, weil es schon ein wärmer ist. Es ist noch ein bisschen kühl, aber süßer Frühling.

Der Mitbewohner, der viele Zigaretten raucht und den ganzen Tag trinkt, ist nicht da.

Es ist schön gute Gesellschaft zu haben. Es ist schön auch mal allein zu sein.

Nur betrunken wäre ich gern.