Single-Ratgeber

Als Mädchen oder junge Frau hat man es nicht leicht. Man denkt, man braucht unbedingt einen festen Freund, möchte auch endlich mal verliebt sein wie bei Disney und Hollywood und schnackseln möchte man sowieso, denn das Jungfernhäutchen muss weg wie die Mauer damals in der DDR, falls man es beim Bockspringen nicht schon zerrissen hat oder es bei einer anderen Aktivität verloren gegangen ist. Das kann schon mal passieren. Was soll man auch mit dem Fetzen Haut? Minimalismus ist jetzt in. Es muss endlich weg und da ist es doch gut, wenn sich ein männliches Wesen dazu bereiterklärt es mit seinem fleischigen Liebesstab zu durchbrechen.

Auch als erwachsene Frau hat man es nicht viel leichter, denn auch da wird erwartet, dass man sich einen Mann angelt, weil man sonst eine alte Jungfer ist, eine crazy cat Lady, und bitte nicht die biologische Uhr vergessen, die in unerträglicher Lautstärke tickt und so ab 25 ist man “undatable”, weil man nur noch wie eine Versessene Hochzeitskleider, Hochzeitslocations und Namen für die zukünftigen Kinder nach dem ersten Date aussucht und somit das arme, freiheitsliebende, männliche Geschöpf einengt und vergrault oder die schreckliche Frau denkt nur an ihre Karriere und nicht an Kinder und heiraten. Typisch Frau eben. Von Hormomen, Hysterie und kindlichen Denkbemühugen gelenkt.

Man munkelt unter vorgehaltener Hand, dass es irgendwo weit entfernt Frauen gibt, die das Single-Dasein genießen und behaupten glücklicher als Singles zu sein statt sich mit faulen, bindungsscheuen, pornoverseuchten oder gar gewalttätigen Riesenbabys herumzuärgern. Diese Frauen haben sicherlich ihre Tage oder PMS. Anders kann man sich dieses Phänomen nicht erklären, denn einen Mann an seiner Seite zu haben, ist bekanntermaßen die einzige Erfüllung für ein devotes Weibchen.
Die meisten männliche Wesen haben durchaus ihre Vorteile und gut zum Kuscheln und Filme gucken sind männliche Geschöpfe meistens auch, wenn sie nicht stinken und laut aus dem Mund atmen (ohne eine Atemstörung zu haben, denn dafür kann Mann ja nichts außer er ist Raucher) oder bei Instagram 100 halbnackten Damen und Ex-Freundinnen folgen und meinen das sei gar nicht “trashy” und frau sei eine eifersüchtige Furie, falls sie das stört und sie ist nicht locker drauf wie die Ex-Freundin, die im Übrigen letztes Wochenende zu Besuch war und man hat im selben Bett nackt geschlafen und da sei ja nichts dabei und wenn man deshalb schon wieder eifersüchtig ist, dann soll man eben zur Therapie und ja, falls man keinen Getränkefilter hat und zu vornehm für Leitungswasser ist, ist es auch durchaus angenehm, wenn ein männlicher Mensch frau die Wasserkästen hochschleppt. Von dem Öffnen besonders hartnäckiger Einmachgläser ganz zu schweigen.

Wie kommt man jetzt aber nur an so ein Wesen? Es gibt weltweit Millionen von Singles. Mit diesem Ratgeber wird sich das nun ändern.

 

1.

Tragen Sie keine Unterwäsche. Schneiden Sie sich zwei Löcher in Ihr Shirt in der Brustgegend und ein großes in der Hinterngegend. Stellen Sie sich an ein geöffnetes Fenster in Ihrem Haus oder in Ihrer Wohnung und drehen Sie sich im Minutentakt. So können Sie Männer anlocken, die sowohl Brüste als auch Hintern bevorzugen. Sie haben “innere Werte”? Der Durchschnittsmann sieht nur mit dem Penis gut. Warum nicht gleich nackt? Es ist jetzt Erkältungssaison. Man muss auch ein bisschen vernünftig sein oder denken Sie, dass Sie bei der Partnersuche Ihre Chancen mit roter Schnupfnase und Bazillen steigern? Ich beginne jetzt schon langsam zu verstehen, warum Sie noch Single sind. Mit diesem besserwisserischen Getue kommen Sie jedenfalls nicht weit.

 

2.

Die meisten Männer sehen sich heutzutage ungefähr zehn Stunden lang am Tag Pornos an und denken die Klitoris sei eine griechische Insel. Alles ganz normal. Nehmen Sie einen Karton und legen Sie diesen irgendwo an einer guten Stelle aus. Schreiben Sie in großen Lettern “Pornos” auf besagten Karton und bauen Sie eine Falle. Verstecken Sie sich in unmittelbarer Nähe und nun heißt es nur noch kurz warten bis ein männliches Wesen nach dem Köder schnappt und in Ihre Falle fällt. Schon haben Sie einen Freund und potentiellen Ehemann.

 

3.

Suchen Sie sich eine neue, weibliche Freundin. Warum denn das? Sie suchen doch einen Mann. Dazu komme ich noch. Es reicht es aber so langsam? Üben Sie sich bitte ein bisschen in Geduld. Ihre neue Freundin sollte eine Affäre mit einem verheirateten Mann haben oder der in einer Beziehung ist. Erklären Sie, dass Sie nun auch mit diesem Mann zusammen sind, da er ja ohnehin wie ein Wanderpokal beim Fußball weitergereicht wird und da macht es ja nichts, wenn Sie auch noch von diesem bepenisten Flittchen Gebrauch machen können. Falls man sich weigert, Sie aufzunehmen, weil man auf einmal doch nicht so gerne teilt, können Sie es ja mit Erpressung versuchen, denn die Frau Ihres neuen Schatzes würde sicherlich gerne wissen, was ihr Mann mit Ihrer Freundin so treibt.
Ein kommunaler Mann ist auch durchaus positiv zu betrachten, denn man hat ja viel mehr Zeit für seine Hobbys, da der Mann seine Zeit auf seine Frauen aufteilen muss und Dauerlügen und mangelndes Moralverständnis auch mal müde machen können und Treffen abgesagt werden. So sind Sie Teil einer romantischen Chlamydia Connection und nicht mehr ohne Mann. Wenn Sie süße Pärchen-Fotos beim Fotografen machen, bekommen Sie vielleicht sogar noch einen Rabattcode.

 

4.

Gehen Sie an Orte an welchen es mehr Männer als Frauen gibt. Warum? Da ist die Konkurrenz selbstverständlich kleiner. Gehen Sie nur noch zu einem Männerfriseur. Dieser verpasst Ihnen eine nicht so schöne Frisur? Seien sie nicht so eitel. Weitere gute Orte, um Männer in der Überzahl zu treffen sind Swingerclubs, aber auch der örtliche Schwulenclub. Falls es keinen in Ihrer Stadt gibt, fahren Sie mit der Bahn oder einem Fernbus in die nächstgelegene Stadt, wo Sie fündig werden können. Einfach mal bei den entsprechenden Anbietern nachfragen, wo es den nächsten Club gibt und ob sie eine gute Verkehrsanbindung empfehlen können. Schildern Sie ihre verzweifelte Lage und sagen Sie, dass Sie auf Männersuche sind und falls man ein Herz hat, wird man Ihnen vielleicht eine billigere Fahrkarte zukommen lassen. Desweiteren können Sie es ja auch in einer Chefetage versuchen. Gut, dass die leidigen, behaarten Feministen-Weiber, die gläserne Decke noch nicht gänzlich überwunden haben und dort noch Männer-Überschuss herrscht.

 

5.

Falls Sie eine lebhafte Fantasie haben, können Sie einen Freund erfinden, der in einer selbstgebauten Hütte im Regenwald Südamerikas wohnt und deshalb nicht zum gemeinsamen Kinoabend mit Ihren Freunden kommen kann, endlich sind sie offiziell kein Single mehr und weg vom Markt und niemand wird Sie drängen sich einen Freund zu suchen. Falls man doch noch fragt, wann Sie sich verloben und heiraten, können Sie erzählen, dass Ihr Liebster sich beim Hüttenbau leider versehentlich die Hände mit einer Machete abgehackt hat und deshalb keinen Ehering tragen kann und sie auch nicht heiraten. Sie sind da eher traditionell und ohne Ehering geht es nun mal nicht für Sie. Leider haben Sie auch den Fehler gemacht, dass Sie dem Häuptling seines Stammes und den Freunden Ihres Freundes sowie der Familie Bilder von Ihren Freunden und Liebsten gezeigt haben und Menschen, die Ihrem Freund am nächsten stehen, haben Ihre Freunde und Ihr nörgelndes Umfeld, dass Sie zum Heiraten zwingen möchte, für unfassbar hässlich befunden und nun schämen Sie sich und wissen nicht, wie das erst bei einer Hochzeit wäre. Sie möchten ja nicht, dass sich die Hochzeitsgäste aus Südamerika vor lauter Ekel übergeben müssen bei so viel deutscher/deutsch mit Migrationshintergrund -Hässlichkeit. Als Sie dem Häuptling Ihres Freundes und den übrigen Dorfbewohnern die Fotos zeigten, kam es zu einer Massen-Übelkeit im Dorf und das wollen Sie nicht wieder riskieren. Sie fühlen sich immer noch dafür verantwortlich. Der Bruder Ihres Freundes war so aufgebracht, dass er sogar zu den Krokodilen springen wollte. Man konnte ihn nur noch gerade so davon abhalten.

 

6.

Gehen Sie in einem Club am Wochenende, übergeben Sie dem DJ Geld und fordern Sie ihn dazu auf, dass die Tanzfläche für Sie geräumt wird und ein Scheinwerfer auf Sie zeigt. In Endlosschleife soll nun der DJ von Beyoncé “All the single ladies” spielen, während Sie lasziv dazu tanzen und auf Ihren Ringfinger zeigen. Ein Mann wird schon anspringen.

 

7.

Lesbianismus ist wie hetero sein nur meistens besser. Wussten Sie, dass Frauen, die in einer lesbischen Beziehung sind, viel öfter Orgasmen beim Sex haben als Frauen in einer heterosexuellen Beziehung? Das spricht doch für sich. Falls Sie dem heteronormativen Druck nicht entkommen können, können Sie sich doch einfach eine süße, ausländische Lesbe zulegen, die kein Deutsch spricht und wie ein Tomboy aussieht oder ein Drag King ist und schon haben Sie einen “Freund”, von dem Sie Bilder bei den öffentlichen Netzwerken posten können und niemand wird Sie mehr fragen, wann Sie endlich einen Freund finden.
Die ungefähr zehn Orgasmen am Tag vs. Orgasmen vortäuschen und mehr Hausarbeit ( https://www.ndr.de/themenwoche/gerechtigkeit/Geschlechterrollen-Wer-macht-mehr-im-Haushalt,gerechterhaushalt100.html ) sind auch nicht zu verachten.

 

8.

Hängen Sie Plakate mit Ihrem Bild und Überschrift “Suche Mann” mit Ihrer Telefonnummer überall in Ihrer Stadt auf. Tinder und sowas ist doch alles durchgekaut und außerdem ist ja nicht jeder bei Dating-Apps angemeldet, aber die meisten gehen ab und zu mal vor die Tür und dort wird ihnen sicherlich Ihr liebliches Anlitz auffallen. Das hat auch den Vorteil, dass Sie von einer Modelagentur entdeckt werden können und wenn das Geld fließt, dann läuft es auch mit den Männers, denn dann können Sie sich bei einer kostenpflichtigen Elite-Dating-Seite anmelden, einen Millionär kennenlernen, alle Ihre Freunde neidisch machen und eine Reality-Show wie die Geissens bekommen.

 

9.

Suchen Sie online Bilder von Bodybuildern und zu Gewalt bereit aussehenden Männern und speichern Sie diese in Ihrem Handy.
Ein Mann wagt es mit Ihnen zu reden? Sagen Sie ihm, dass das in Ihrer Religion oder in Ihrem Ursprungsland bedeutet, dass sie heiraten müssen oder Ihre männlichen Religionsbrüder werden nicht zu beigeistert sein. Ihr Großvater sitzt momentan im Gefängnis, aber vor den anderen müsste man schon ein bisschen Angst haben. Erzählen Sie von Ihrem Cousin, der den Spitznamen Mike Tyson hat oder von zwei weiteren Cousins, die momentan zerstritten sind, weil man sich nicht einig darüber wird, wer mehr Gewaltpotential und Testosteron hat. Ihr neuer Ehemann wird sicherlich glücklich darüber sein, dass er bald kostenlosen Kampftraining-Unterricht bekommen kann und in die Gesetze der Straße eingeweiht wird.

 

10.

Kaufen Sie sich einen Stempel und ein Stempelkissen und stempeln Sie munter “Meins” auf die Stirn des Objekts ihrer Begierde. Sie sind ein Bad Girl? Geben Sie sich als Tätowiererin aus. So können Sie ihr Männchen dauerhaft an Sie binden. Vom wegen “Generation beziehungunfähig” und so. Ein gebrandmarktes Männchen ist leichter zu halten.

 

Es kann mit diesen erstklassigen Tipps nur noch gut laufen bei der Partnersuche. Danke, dass Sie diesen Guide gelesen haben, der nur 500 Euro kostet. Sie haben sich mit dem Lesen damit einverstanden erklärt diesen Betrag zu bezahlen. Bitte geben Sie umgehend Ihr Zahlverfahren ein.

Sein lassen oder feministische Erklärbärin

 

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Es gibt nicht “den” Feminismus und keine Anführerin. Eine liberale Feministin und Radikalfeministin denken nicht gleich.

Was ist Feminismus, was will Feminismus sein, brauchen wir heute noch Feminismus (selbstverständlich).

Ich frage mich, warum das für so viele Menschen so schwer ist zu verstehen, was Feminismus ist, nicht ist oder erreichen will. Man könnte meinen, dass man über Atomphysik reden würde und nicht über so etwas wie Gleichberechtigung von Frau und Mann und da fängt es ja schon wieder an. Gleichberechtigung. Da kommen die Intelligenzallergiker gleich wieder an und sagen: “Ja, aber ihr wolltet, dass alle gleich sind. Das geht aber nicht.” Es geht nicht, da es biologische Unterschiede gibt, aber das bedeutet nicht, dass Frauen weiter benachteiligt werden sollten. Gleichberechtigung bedeutend nicht, dass ein 1m80 großer und 80 kg schwerer Mann und eine 1m70 große und 55 kg schwere Frau im gleichen Alter zusammen wohnen und die Frau schleppt die schweren Einkäufe in den 5. Stock und der Mann trägt nichts, weil er es letzte Woche gemacht hat. Jeder und jede nach den eigenen Fähigkeiten, aber man kann biologische Unterschiede doch nicht leugnen.

Man kommt so nicht voran, weil man sich immer mit diesen langweiligen Diskussionen aufhalten muss. Es gibt so viel, dass man machen müsste, damit es Frauen und Mädchen besser geht, aber nein, man muss immer wieder sagen, warum “der” Feminismus nicht schlecht ist und #notallmen

Warum das krampfhafte Versuchen andere zu überzeugen? Manche Menschen sind nicht intelligent oder nett genug für Feminismus. So einfach ist das.

Ich will viel lieber darüber reden, was man machen kann, damit es keine Gewalt mehr gegen Frauen gibt, keine Genitalverstümmelung, keine Zwangsehen, keine sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen, keine Zwangsprostitution, genug Platz in Frauenhäusern, dass Frauen nicht mehr primär als Sexobjekte gelten und darüber auch selbst ihren “Wert” definieren, mehr Selbstbewusstsein, gleiche Bezahlung bei gleicher Qualifikation und so viel mehr und ich will nicht die ganze Zeit immer wieder “Warum ist der Feminismus schlecht” und “ekelt mich an hihi” von primitiven Gören hören. Man muss es auch einfach mal sein lassen ständig zu erklären, warum man Feministin ist. Es ist doch egal, was Idiot/innen “denken”. Wer es nicht verstehen will, soll eben an die Decke starren, ein Puzzle für Kinder ab drei lösen oder üben seinen Namen in den Schnee zu pinkeln – oder was auch immer intellektuell nicht überfordert – wenn “DER” Feminismus zu kompliziert ist. Es hat einfach ein bisschen etwas mit Intelligenz und Gerechtigkeit zu tun – zu begreifen, was Feminismus ist und das ist eben nicht jedem gegeben. Feministinnen müssen niemand “überzeugen”.
Vielleicht mal die, die euch aufhalten wollen, ignorieren und mit den Menschen reden, die etwas verändern wollen.

Party People

Hamburg

Ich könnte ja mal nach Hamburg ziehen. Berlin-weggezogen. Dann kann ich mich in Hafenkneipen mit Matrosen betrinken und bei Inas Nacht im Publikum sitzen und mich auch mal schön durchregnen lassen bei ”Schietwetter”.

”Party People nicht erwünscht” steht bei einem Wohnungsinserat und der Inserent schreibt, dass er gerne mal einen Tee abends mit dem WG-Mitbewohner oder der WG-Mitbewohnerin in der Küche trinkt, aber es eher eine Zweck-WG ist und dass seine Freundin, die in einer anderen Stadt studiert, am Wochenende zu ihm kommt und dann eben das ”Party people nicht erwünscht” am Ende der Anzeige und ich denke, dass ich dem Inserenten schreiben sollte, dass das natürlich nicht auf mich zutrifft und ich eher ein ruhiger und friedlicher Mensch bin, der einer geregelten Arbeit nachgeht, gerne im Park joggt, Heidegger und Kriminalromane und auch mal voll ”wilde” und ”verwegene” Popliteratur von Kids aus gutem Hause, die nach Berlin gezogen sind, liest, Fencheltee und Bio-Holunder-Limonade trinkt und manchmal etwas im Baumarkt kauft und ich bin gar nicht arbeitslos und ich bin halt ein ganz normaler Typ und meine Sockenpaare passen und ich trage gerne Khaki-Hosen und Funktionssandelen in gedeckten Farben und Rucksäcke und mache mir jeden Morgen Brote, die ich unterwegs esse und ich hänge nicht immer nur trüben Gedanken nach und so und ich bin ganz ruhig und mag keine Party und ich gönne mir halt mal ein Feierabend-Bier, aber mehr auch nicht und ich ziehe dann in die Wohnung in Hamburg ein und ich habe so zwei Boxen und da dröhnt der Techno raus tagein, tagaus, mit ganz viel Bass, und ich habe auch Turntables und da lege ich immer auf. Natürlich Techno. Ich liebe Techno. Ich bin ein Techno-Jünger. Techno Forever. Ich habe ein Techno-Tattoo auf der Brust. Ich bin Techno.

Ich habe auch noch ein Schlagzeug, das in meinem Zimmer steht und ich liebe es und ich lasse da immer meine Aggressionen raus und ich habe viele, das könnt ihr mir glauben, und ich möchte noch mehr Instrumente erlernen. Ich baue momentan an einer Musikmaschine, mit der ich dann mehrere meiner Instrumente zeitgleich, schlecht, spielen kann. Was ist schon schlecht. Das ist doch relativ. Den Mitbewohner stört’s und besonders nachts, aber mich entspannt’s und das ist enorm wichtig in dieser stressigen Zeit.

Ich tanze auch immer und schreie dabei ganz laut ”Party.” und ”Wo geht die Party ab? Hier geht die Party ab.” und ”Wo seid ihr Party People.” und ”Best party in town.” und ”Mehr Party geht nicht.” und ich reiße beim Tanzen immer die Fäuste ganz nach oben und auf einem alten Fernseher kommt 24 Hours Party People ohne Ton und ich habe noch einen weiteren und da kommt nur ein Testbild; auf meinem Computer gibt es psychedelische Bewegeltbilder und auf meinen Laptop läuft immer nur eine Dokumentation über Kaninchenzucht und ich habe noch ein Tablet und da schaue ich Pornos aus den 70ern, wo alle behaart sind und die Darstellerinnen grell geschminkt und die Haare sind toupiert, aber nur die Kopfhaare und die sind so 70s eben und das ist gut und bunt und ich stelle selbst LSD her ”nur so” für mich, weil mich die chilligen Pornos dazu inspirieren, ihr versteht, man gönnt sich ja sonst nichts; und ich rede immer über die Love Parade in Berlin und trauere der Zeit nach und in meinem Zimmer gibt es Lavalampen und Neonlichter und wenn ich rausgehe, höre ich natürlich Musik mit Kopfhörern und wie immer Techno und ich schreie im Hinausgehen, weil ich ja Musik höre und da schreit man ja manchmal und da schreie ich: ”Was geht ab, Party People. Ich gehe mal Es und Speed kaufen. Dann geht es weiter mit der Party. Macht ihr weiter Party ohne mich, bis ich wieder da bin. Party on, ihr party people.” und meine den Mitbewohner und seine Freunde, die in der WG-Küche am Ikea-Tisch sitzen und bei Selbstgekochtem mit ganz viel Gemüse, das sie zusammen ”geschnippelt” haben, ”klönen” und ein Glas Wein trinken und über ihre Studien und Reisen reden und so eine eingebildete, dünne Blonde ist an der supertollen Springer-Akademie angenohmen worden und zieht bald nach Berlin und ihre Eltern bezahlen ihr natürlich die Gentrifizierungs-Wohnung und dieser Erfolg muss natürlich gefeiert werden und später holt noch jemand eine Gitarre und spielt etwas von Bright Eyes und wer den Text kann, singt mit und da sitzen die dann in ihrer germanischen Zufriedenheit und reden über ihre letzten Posts bei Instagram und wo es gute Burger gibt und über Mode und Jan Böhmermann und sie denken, dass ich fürchterlich komisch bin und der Mitbewohner tut ihnen wahnsinnig leid, dass er sich so eine unerbittliche Partygranate ins Haus geholt hat und sie tuscheln über mich und der Mitbewohner flüstert in die Runde, dass einer meiner Freunde grüngefärbte Dreads hat und die Springertussi sagt: ”Dreadlocks? Ih, wie eklig. So Menschen stinken doch. Wie kann man sich nur so gehen lassen?” und ich bemerke das gar nicht, weil ich so in meiner Party-Welt bin. Wenn ich wiederkomme, höre ich ”I wanna be a hippie” von Technohead in Endlosschleife.

Wenn ich mir mal in der Küche etwas zu essen koche, irgendein Fertiggericht mit extra viel Glutamat, trage ich ein Sven-Väth-T-Shirt und sonst nichts, lass mal untenrum auslüften wa und höre Musik mit Kopfhörern und tanze wie ein Schranzer und schreie ganz laut ”Party.” und ”Gude Laune.”, aber ich habe ja nicht so viel Hunger wegen der ganzen Drogen. Gute Laune habe ich auch nicht meistens nicht. Auch wegen der vielen Drogen.

Tagsüber sitzt immer so ein US-Amerikaner bei mir, der Steve heißt und Kette raucht. Er ist ein bisschen pummelig, trägt eine altmodische Brille, einen Schnäuzer und hat ungekämmtes, braunes Haar und er ist nicht so ganz da, ein bisschen weggetreten, der Gute. Ich habe ihn am Bahnhof kennengelernt, als ich da zu dem Rhythmus der ein- und abfahrenden U-Bahnen tanzte. Steve dachte, dass sei irgendwie cool und er sagte ”Yeah.” und nickte anerkennend.  Wir sind so ziemlich beste Freunde seit dem, wisst ihr. Steve trägt immer Jeans und eine Jeans-Jacke und ein weißes, fleckiges T-Shirt und Cowboyboots. Er sieht leider ein bisschen so aus wie der Mörder von John Lennon. Steve sagt immer nur ”Yeah.” und lacht. Ich sage ”Steve, guck mal, ich habe ein neues Party-Outfit.” und ich zeige ihm mein Regenbogen-Shirt und meine Gabba-Hose und meine Plateuschuhe und meinen Schlapphut und meine lange Glitzerkette und er nur so ”Yeah.” Ich sage: ”Schönes Wetter heute. Wollen wir in den Park?” und er nur so ”Yeah.” Wir gehen dann aber nie in den Park und sitzen nur in meinem Zimmer rum und rauchen Gras und Steve sagt nur yeah.

Wir freunden uns mit ein paar Gras-Dealern an und die hängen dann auch bei mir im Zimmer rum. Die sitzen da immer nur ganz gemütlich und kiffen und ich tanze und schreie ”Party”. Es kommt auch jeden Tag ein schizophrenes Mädchen vorbei, das über Philosophie und Hedonismus reden möchte und auch mal über Aliens und wer sie verfolgt und Stimmen und so und ihre schizophrenen Freunde kommen auch gleich mit und erzählen über Zeitreisen. Ich fange Menschen vor Clubs ab und frage, ob sie zur besten Party Deutschlands mitkommen wollen und dann haben wir das kleine Zimmer voll mit italienischen Touristen, die eigentlich in einen Club wie das Berghain wollten, aber die dann selbstverständlich zur besten Party Deutschlands zu Steve und mir kommen. Vor den Gefägnissen gehen wir zu den Häftlingen, die entlassen werden und vor dem Gefängnistor mit ihren Habseligkeiten stehen, aber nur zu den Ex-Häftlingen, die gegen das BTM verstoßen haben und die dürfen kommen und die haben noch ein bisschen Hoffnung auf La Dolce Vita, ihr vertsteht, und Polizisten werden auch eingeladen, damit die Gäste denken, dass das Stripper sind und das wird so gemütlich und knorke, aber dann sind das so viele in meinem Zimmer und jemand spielt Psytrance und ich hasse Psytrance und Goa-Leute bah, weil die wie nette Hippies aussehen, aber irgendwie unfreundlich sind und ich möchte ihnen die blöden Goa-Hosen runterreißen und sie verjagen und ich werde voll depressiv und schreie, dass die Party People nach Hause gehen sollen und ich weine und singe ”It’s my party and I cry if I want to.” Dann fange ich mich wieder und schreie ”Kurze Stimmungsschwangung. Kurzer Anfall von Hysterie. Die Party geht weiter, Leute. Party on, party people.” und ich schreie: ”Ich hab’s. Wir machen eine Schaumparty.” und das Zimmer füllt sich mit Schaum und die Party-Meute feiert und tanzt ausgelassen und dann ist da der viele Schaum überall im Zimmer verteilt auf 15qm2 und das ist so schön. Ich fühle mich wie auf Wolken oder wie ein Schaf in einer Schafherde und das ist so toll und das ist Party. Party für Schaumschläger, Schaumküsser, Schäumer statt Träumer, Schaumannkai, Schaumstoff, Schaumkrone, Schaum­ge­bo­re­ne. Oh, ja.

Ich werde von dem Nicht-Party-Mitbewohner nach zwei Tagen rausgeschmissen. Fristlos gekündigt. Das mit der Schaumparty kam eher nicht so gut bei ihm an. Es war, wie er sagt, das, was das Fass hat überlaufen lassen und ich frage, ob er damit sagen will, dass er ein Fass Bier hat und ob ich etwas von dem Bier abbekommen könnte, nur so einen Liter und ich schwärme von Bier und informierte ihn darüber, dass Bier für mich wie Tee mit Alkohol-Komponente ist und sich der Konsum von Bier durchaus positiv auf mein Gemüt, aber nicht auf meinen Bauchumpfang, auswirkt, und er wird nur sauer und faselt irgendetwas von einem Anwalt oder so und ich frage, ob einer seiner coolen Freunde (”cool” hehe) Jura studiert und ich sage: ”So sehen die auch aus haha. Wenn sich Klischees bestätigen, Digga.” und krieg mich gar nicht mehr ein vor Lachen und muss mir den Bauch halten und lasse mich auf den Boden fallen und rolle da hin und her. Der Witz kommt aber nicht so gut bei dem Mitbewohner an, so gut war der vielleicht auch nicht, und alles andere, meine Party-Einstellung betreffend, auch nicht und seine komischen, schnarchigen Spießerfreunde sagten, ich mache ihnen irgendwie Angst.

Was soll ich sagen. Man muss schon für Party gemacht worden sein. Du kannst Party nicht wählen, Party wählt dich. Mache ich eben meine eigene hippe,  illegale Underground-Open-Air-Party. Ihr seid alle eingeladen. Liebe Liebe.

 

Influencer

“Influencer” haben einen schlechten Ruf.
Vergleicht man den Beruf des Influencers mit einem ähnlichen Beruf in den Medien wie z.B. Kulturjournalist oder Kulturjournalistin in einem deutschen Feuilleton, genießt doch die Person, die bei der Zeitung arbeitet, einen viel höheren Ruf als der vermeintlich kapitalistische, oberflächliche, faule Influencer. Du arbeitest bei einer Zeitung? Großartig.
Man denkt nicht, dass der Influencer sich vielleicht mit Nachhaltigkeit beschäftigt und der erfolgreiche Journalist über so etwas wie “Was ich bei Netflix mag” oder “Trends, die ich nicht mag” schreibt oder eben Rezensionen zu Büchern, die man im dritten Strandurlaub in diesem Jahres gelesen hat – und damit man auch ein bisschen tiefgründig wirkt, wird noch der ein oder andere sozialkritische Text schnell auf dem MacBook in der Zwei- bis Dreizimmer-Altbauwohnung, die man im post-gentrifizierten “Szene-Viertel” allein bewohnt, getippt. Da schreibt man dann eben schnell mal wieder etwas über die AfD. Das Thema Flüchtlinge ist ja wieder “out”. Ein Journalist des Feuilletons ist eben kein Kriegsreporter oder Gühnter Wallraff. Schreiben kann so gut wie jeder, Meinungen zu irgendetwas hat auch jeder und oft kommt es eben mehr auf Kontakte als auf Inhalt und Talent an.

Der Beruf des Influencers – “Das ist doch kein Beruf”, spotten manche. Alles, womit man gewissermaßen Geld verdient, ist ein Beruf.
“Das ist keine harte Arbeit”, heißt es weiter. Auch andere, meist angesehene Berufe in den Medien sind nicht immer anstrengend – im Vergleich zu vielen anderen “normalen” Berufen zumindest. Jeder Beruf kann auf seine eigene Art anstrengend sein, auch ein Medienberuf, aber dazu kommt auch noch die meist gute Bezahlung bei vielen Berufen im Medienbereich. Ein Moderator oder eine Moderatorin arbeitet anders, weniger und verdient meist mehr als Krankenpfleger, Kanalarbeiter, Handwerker, Arzt oder Ärztin oder jemand bei der Feuerwehr. Viele Berufe in den Medien – das ist selten “harte Arbeit”, aber am besten vergleichbar mit der Tätigkeit der Influencer.

Muss Arbeit denn “hart” sein? Warum sich und andere über die Arbeit definieren? Im Kapitalismus ist das eben so. Arbeitsverweigerung wie von manchen als “anarchistische Gesellschaftkritik” betrieben, ist dann doch nicht so revolutionär, wenn man dennoch Hartz IV bezieht. Sich in einem harten Beruf zu Grunde arbeiten, weil man etwas leisten “muss”, ist aber genauso falsch. Warum nicht mal den leichten Weg wählen? Warum nicht das Hobby zum Beruf machen? Man kann unabhängig sein und das ist doch schön.

Influencer ist immer etwas, was man selbst daraus macht. Was man selbst als Influencer postet und wofür man sich als Konsument/in entscheidet. Man entscheidet selbst, wem man aktiv folgt und wem eben nicht. Mir ist ein Influencer, der oder die über Zero Waste, Fair Fashion, Umwelt- und Tierschutz, Feminismus, Rassismus, Kinder- und Altersarmut sowie Rezepte, Bücher, Musik und Filme, DIY, Reisen, Kunst, Fotografie und “Aussteigen” aus der Gesellschaft als Selbstversorger und dergleichen postet – und die gibt es ja auch – millionen Mal lieber als jemand, der kein Influencer ist, aber der oder die in den Medien steht und das nur als Selbstvermarktung betrachtet und seine Plattform nie oder so gut wie nie für soziale Zwecke oder Aufklärung nutzt – und das machen ja viele nicht, die entsprechende Follower-Zahlen haben.

Sicherlich gibt es bei vielen Influencern einiges zu kritisieren: Konsum, Zurschaustellung von Reichtum, verletzte Persönlichkeitrechte der eigenen Kinder, Oberflächlichkeiten, das übermäßige Bearbeiten von Bildern, teilweise schlechte Vorbilder für jüngere Follower und so weiter, aber es sind nun mal nicht alle Influencer so. Es ist doch großartig, dass man heutzutage ein Publikum für seine Bilder und Musik online finden kann. Dass man reisen und seine Follower daran teilhaben lassen kann. Dass man sich mitteilen kann und gehört wird. Dass man auf Themen aufmerksam machen kann. Dass man Freunde kennenlernen kann. Dass man andere inspirieren und sich selbst inspirieren lassen kann. Dass man damit Geld verdienen kann, bedeutet nicht, dass es grundsätzlich schlecht ist. Der Influencer entscheidet selbst, wofür er oder sie sich hergibt. Auch ein Nicht-Influencer, der oder die bekannt ist, macht nicht immer ethisch vertretbare Werbung oder hat einen moralisch einwandfreien Arbeitgeber und meist hat er oder sie gar selbst fragwürdige Meinungen.

Soziale Medien liefern uns nicht nur Schlechtes. Wie einfach ist es heute zu wissen, wie es Menschen in anderen Teilen der Welt geht. Wie viele politische Aktivist/innen gibt es, die Plattformen wie Instagram, Youtube und Twitter oder Blogs nutzen, die sich ohne all dies nicht Gehör verschaffen könnten, weil sie von etablierten Zeitungen ignoriert oder vom ihren Regierungen unterdrückt werden. Wie schön ist es, dass es heute auch Body Positivity gibt statt nur “Heroin Chic” und “Size Zero” und das Meinungsmonopol in Modefragen nicht nur bei frauenverachten Menschen aus der Modebranche liegt und dank sozialen Medien auch “normale” Menschen mitreden können.

Ein weitere Kritik, die Influencern entgegen geworfen wird – dies kann kein Beruf mit Zukunft sein. Man muss etwas “Vernünftiges” machen. Man muss leisten. Aber man kann auch in einem “vernünftigem Beruf” redundant gemacht werden oder man kann als Influencer arbeiten und nebenbei oder nach der Influencer-Karriere immer noch eine Ausbildung machen und wenn man gut verdient, hat man ohnehin früh ausgesorgt.
Dieses “Mach etwas Vernünftiges” kennen ja nicht nur Influencer. Man sagt kleinen Kindern schon, dass sie etwas “Vernünftiges” machen sollen. Immer geht es nur um Geld und Anerkennung. Was ist, wenn man nichts Vernünftiges machen will? Was ist, wenn man mit wenig Geld auskommt? Was ist, wenn man etwas Kreatives machen möchte, das nicht viel Geld abwirft? Was ist, wenn man etwas Unterforderndes machen möchte, weil mal Arbeit als Mittel zum Zweck sieht und sich dafür keinesfalls aufopfern möchte oder seinen Wert als Mensch darüber definiert? Arbeit ist Arbeit. Mensch ist Mensch. Sagt euren Kindern, dass sie nette Menschen werden sollen, wenn sie mal groß sind. Das wäre mal ein guter Anfang für eine neue, bessere Welt.

Ich könnte es mir eher weniger vorstellen als Influencer zu arbeiten, weil ich Privatsphäre schätze, aber das bedeutet nicht, dass ich jeden Influencer ablehne, weil es viele gibt, die mir nicht sonderlich zusagen. Statt die Influencer, die man nicht mag, ständig zu kritisieren, auch wenn bei vielen Kritik berechtigt ist, kann man doch mal die guten, die sich Gedanken machen, pushen.

Stürmig

Mein Trash TV-Ersatz als leider Nicht-Fernseher-Besitzerin sind “Shitstorms” in den deutschen Medien. Es geht stürmisch zu. Es ist ständig etwas. Welt, Zeit, Spiegel enttäuschen nicht, ab und zu auch mal die FAZ. Normalerweise müsste bei vielen dieser sogenannten Shitstorms die Karriere des “Journalisten” oder der “Journalistin” vorbei sein, denn wer mag schon dumme, unlustige und arrogante Menschen, aber in Deutschland sind diese Eigenschaften – dumm und arrogant und unlustig – oftmals karriereförderlich und die Karriere fängt gerne dann erst an oder nimmt Aufschwung und der Shitstorm-Lieferant oder die Lieferantin, gibt sogar noch in selbstgetippten Büchern und nicht nur in peinlichen Artikeln die Ignoranz zum “Besten”. Im Ausland ist das ja auch nicht immer viel anders. Auch da gibt es die Shitshorm-Dummsia, aber nach dem ersten Shitstorm gilt man dann eben als “Linker” oder “Rechter” und bleibt bei den entsprechenden Medien und wird nicht wie in Deutschland als Universal-Idiot meist unkritisch bei allen Medien herumgereicht und geht nicht mit seiner grenzenlosen Dummheit wie ein Staubsaugervertreter hausieren (nichts gegen Staubsaugervertreter).
Ich weiß nicht, ob es bei der Süddeutschen schon mal einen Shitstorm gab. Falls nicht, stelle ich mich gerne zur Verfügung und schreibe einen. Bis dahin muss ich mich mit den oben erwähnten Pöbelei-Garanten zufrieden geben.

Dieses Mal kommt der Sturm, mal wieder, beim Spiegel auf. Trash-TV Kolumnistin Anja Rützel schrieb über die Preisverleihung “About you Awards”. So eine Kolumne zu schreiben ist mir schon suspekt. Ich denke, so etwas lesen heimliche Trash-TV-Fanatiker/innen, die sich durch das Heruntermachen von anderen besser fühlen wollen, denn wer sonst sollte so etwas lesen, wenn man ja doch so gut wie keine Namen kennt und nicht weiß, um was es geht. Ich weiß nicht, für was bei den “About you Awards” Preise verliehen werden und da ich für diesen Text hier nicht bezahlt werde, schlage ich auch nicht online bei Ecosia nach. Ich nehme aber mal stark an, dass es trotz des irreführenden Namens, nicht um mich geht, auch wenn ich denke, dass ich viele Preise verdient hätte. Meine Bescheidenheit soll aber in diesem immer noch unbezahlten Text nicht thematisiert werden. Rützel kritisiert in ihrer Kolumne die “Influencer” und Stars der Preisverleihung. Lob gibt es nur für Riccardo Simonetti. Alle anderen fallen Rützel eher negativ auf. Zu oberflächlich, zu heuchlerisch. Das stimmt sicherlich bei einigen, aber dass bei der Veranstaltung verkündet wird, dass Bäume gepflanzt werden, ist gut. Nur weil der oder die mal wieder dies oder das macht oder nicht macht und damit heuchlerisch ist, bedeutet ja nicht, dass man keine Bäume pflanzen sollte, damit man nicht heuchlerisch wirkt. Ich weiß nicht, Anja. Warum ziehst du nicht nackt in den Wald, trinkst Wasser aus einem Bach, isst Rehexkremente und als Toilettenpapier benutzt du abgefallene Blätter, die du recyclest und schreibst deine bereichernden Kolumnen darauf. Be the change you want to see in the world und so.

Was nun bei dieser Kolumne Rützel als vorübergehende Titelträgerin von Germany’s Next Shitstorm Journalist auszeichnete, ist ihre Meinung zu Nicht-Komikerin Enissa Amani. Amani hält bei besagter Preisverleihung (“About you Awards”, nicht Germany’s Next Shitstorm Journalist) eine Rede und sagt, dass sie nicht noch mal Komikerin genannt werden möchte und wenn sie noch mal jemand so nennt, wandert sie aus. Rützel hält das nicht für witzig und fordert die Nicht-Komikerin zur Auswanderung auf. Das erzürnt wiederum Amani, die das als eine Art von Rassismus betrachtet, “dem Ausländer” zu sagen, auszuwandern.

Anja Rützel ist wahrscheinlich nett und nicht mit anderen Shitstorm-Journalist/innen zu vergleichen, aber das alles ist schon ein bisschen zu Deutsch. Jemand mit ausländischem Background ist empfindlich für den oder die Deutsche und statt “Es tut mir leid, dass du das so verstanden hast. Ich habe das nicht so gemeint.” kommt nur Bla bla. Amani übertreibt ein bisschen, aber so ganz unberechtigt ist ihre Kritik an Rützels Kritik ja nicht und wer austeilt, muss eben auch einstecken können.

Es ist ja bei vielen Journalisten und Journalistinnen so: Alle Flüchtlinge sind gut und rein und wer schon ein paar Jahre länger in Deutschland ist und zu gut Deutsch spricht und beinahe schon als Deutsche oder Deutscher mit ungewöhnlichem Namen, anderer Hautfarbe oder Religion durchgeht oder gar einen deutschen Pass hat, der sollte lieber die Klappe halten, denn es gibt keine “Woke points” für die unspektakulären, alten Ausländer. Man ist aber keinesfalls rassistisch, denn man hat mindestens einen nicht-deutschen Bekannten und der Dönermann um die Ecke – man kennt ihn sogar mit Vornamen, weil man sich betrunken mal mit ihm “angefreundet” hat und man unterhält sich auch öfter mal mit seinen ausländischen Taxifahrern in seinem eigenen so schön leicht dekadenten, aber doch so bodenständigen Zugezogen-Großtadt-Laien-Theater.

Süddeutsche schreibt mir wegen des Shitstorm-Artikels.

Alte, weiße Männer

Salomé Balthus ist Edel-Prostituierte, betreibt eine Escort-Agentur und war Kolumnistin bei der “Welt”. Nach einem Aufritt beim Schweizer TV Moderator Roger Schawinski wurde sie bei der “Welt” entlassen. Schawinski zeigt in der Sendung, die Balthus’ Beruf der Prostituierten thematisiert, einen Ausschnitt von Alice Schwarzer, in welchem diese sagt, dass die meisten Prostituierten Opfer sexueller Gewalt wären. Daraufhin fragt Schawinski Balthus, ob das bei ihr auch zuträfe. Balthus hingegen möchte nicht weiter darauf eingehen und versucht mehr oder weniger souverän die Sendung durchzuziehen. Nach ihrem Auftritt wird eine ihrer Kolumne bei der Welt veröffentlicht, in der sie dem Moderator nicht ganz wahrheitsgemäß zitiert. Er habe sie gefragt, ob sie von ihrem Vater missbraucht wurde. Nicht, ob sie missbraucht worden sei. Daraufhin der Rauswurf. Man kann es bei Springer’s kleiner “Welt” nicht durchgehen lassen, wenn es jemand mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt.

 

 

Man kann über Balthus’ Beruf sagen, was man will. Es ist kein Beruf, zu dem jeder in der Lage wäre. Man benötigt ein gewisses Maß an Geldgier, Geltungsdrang, Skrupellosigkeit, Schamlosigkeit, Selbstdarstellung und entweder mangelt es an Moralverständnis, Intelligenz oder beidem. Es ist heutzutage gesellschaftlich mehr akzeptiert, aber das bedeutet nicht, dass es gut ist. Ich würde mich schämen und sollte ich jemals ein Arbeitsangebot bekommen unter falschem Namen arbeiten und mein Gehalt spenden. Es wäre mir so peinlich bei Springer zu arbeiten. Frau Balthus arbeitet nicht mehr dort, gut, aber sie hat und deshalb kann ich sie überhaupt nicht ernstnehmen und sie wirkt auf mich unsicher und naiv. Nicht dümmlich, was ja ein Einstellungkriterium bei Springer ist. Dümmlich-plakativ, um genau zu sein. Balthus und Schwarzer, die ehemaligen Springer-Arbeitskolleginnen. Süß.

Es ist witzig, dass die gute Salomé in der Sendung sagte, dass sie gerne “anti” sei und momentan hätten sich so viele auf die “alten, weißen Männer” eingeschossen. Sie nicht. Sie mag “alte, weiße Männer”. Es ist doch schön für sie, dass sie jetzt mit Schawinski, Poschardt und seinen Boys bei der “Welt”, die auf “Shitstorms” spezialisiert sind, so ihre Erfahrungen machen konnte. Man muss für niemand Mitleid haben, der bei Springer arbeitet und dank ihrer anderen Tätigkeit wird sie nicht am Hungertuch nagen. Der deutschsprachige Raum braucht bessere Medien. Peinlich.

Ich mach Money

Ich bekomme mal ausnahmsweise mal etwas aus den deutschen Medien mit. Ich meide diese ja meist. Erst heute erschrak ich ein bisschen beim Lesen der Online-Ausgabe einer ausländischen Zeitung. Was ist das für ein dummer Artikel, dachte ich. Wer schreibt so etwas? Dann lass ich den Namen des Journalisten, der mir leider aus deutschen Medien bekannt ist und ich dachte mir, dass ich diese Zeitung wahrscheinlich nicht mehr lesen kann ohne IQ-Punkte in Mitleidenschaft zu ziehen. Es gibt ja auch gute Journalisten und JournalistInnen in Deutschland. Es gibt nur nicht so viele. Zumindest kommt es mir immer so vor, da es ja ständig irgendwo einen “Shitstorm” und dumme Artikel gibt. Beliebtes Thema hierfür von den Idioten und Idiotinnen: “Der” Feminismus.

Was ich aber jetzt gelesen habe, hat mal nichts mit “dem Feminismus” zu tun oder doch und zwar hat die Sängerin und Rapperin Shirin David momentan “Beef” mit dem Rapper Shindy, weil sie ein “Feature” mit ihm gemacht hat und nicht zufrieden war und doch nicht mit Shindy zusammen arbeiten wollte. Shindy hat den “Track” dennoch veröffentlicht und Shirin hat sich dazu öffentlich geäußert und gesagt, dass sie dies für respektlos hält, was widerum Shindys Teenie-Armee dazu veranlasst hat, Shirin zu beleidigen und bedrohen. (Bunte, Gala, Call me. Ich fange gerne bei euch an, aber ihr müsst schon genug Geld herüberwachsen lassen für ein Talent wie mich).

Ich habe mir beide Lieder angehört und die Videos angesehen.
Shirin wird vorgeworfen, dass es bei ihr nur ums Geld und Aussehen geht und sie eine Möchtegern-Nicki Minaj ist und dann selbstverständlich “Slut-Shamimg” und Frauenhass.
Shirins “Ice” zeigt sie leicht bekleidet und sie rappt über ihren Reichtum. Das dominierende Thema im Rap. “Einfallsreich”. Ja, aber der Beat und Text sind gut und Shirins Stimme ist auch gut.

 

Shindys Video. Es geht schnell mit dem Fremdschämen los. Ich merke es. Es ist so unangenehm. Fremdschämen für Shindy und seine Fans. Das kann man doch nicht ernst meinen. Das ist so peinlich. Nummernschild auf dem “Daddy” draufsteht. Dann diese zwei Ischen, die natürlich auf den “heißen” Shindy stehen, der aussieht als würde eine gesamte Floh- Kollonie in seinem verfilzten Bart wohnen und er trägt einen Mantel, der aussieht wie ein Bademantel, den er aus irgendeinem Drei-Sterne-Hotel gestohlen hat, über das er wahrscheinlich bei Instagram behauptet hat, dass es ein 7-Sterne-Hotel ist. Und der Text ist so langweilig und ich muss das Ganze abbrechen, sonst brauche ich einen Platz zur Traumatherapie, weil das Video so peinlich ist. Der Typ ist peinlich. Alles ist peinlich. Ich breche ab und gucke mir seine Wikipedia-Seite an. Michael Schindler heißt er. Wie Michael Wendler. Das ist so witzig. Aus Baden-Württemberg. Was soll dieser peinliche Fake-Street-Soziolekt? Muss Shindy nicht die Kehrwoche einhalten? Was hat er bitte über Bitches und Money zu rappen? Mach mir Spätzle, Shindy-bitch. Michael Schindler ist beinahe so gut als Street-Name wie Felix Blume, aber nur beinahe. Warum hat er sich nicht Schindluder genannt? Oder Schwaben-Schindle.
Und die Kritik an Shirin, dass sie US-Rapperinnen kopiert? Wer kopiert denn nicht in Deutschland? Selbst Schindluder. Es kommt in dem kurzen Ausschnitts, den ich von seinem Video ausgehalten habe, Musik von “DMX” vor und er sagt, dass er wie er sei (nein, bist du nicht, Schindele. Bau mir ein Häusle, bitch).

“Kritik” an Shirin ist nur mal wieder Sexismus. Das kennt man ja. Deutschsprachige, männliche Rapper haben frauenfeindliche, antisemitische Texte und einige sind IS-Sympathisanten? Egal. “Shirin hat aber”. Ihr dummen Idioten solltet alle mal die Klappe halten.

 

 

Ich sollte vielleicht ein Cover zu Shirins Song aufnehmen.

Ich nenne es “718 Euro”

Das ist die Armutsgrenze in Deutschland, falls ihr das nicht wusstet.

 

Ich kaufe samstags ein vor Ladenschluss,
fahre schwarz in Bahn und Bus
Öffne mein Portemonnaie
leer wie die Wohnung von Marie Kondo
leer ist auch mein Konto
Ich bin die Königin der Hood, die jeder kennt
Finde auf der Straße einen Cent
Bitch, ich bin rich
718 Euro. 718 Euro. 718 Euro. Bitch, ich habe kein Money

Vielleicht sollte ich Bilder von meinem Füßen an Fußfetischisten oder getragene Höschen verkaufen,
dann muss ich auch nicht mehr so viel saufen
Der Drogenabhängige schläft an der Ecke, ich setzte mich dazu und ein Dealer fragt, ob ich für ihn Drogen gegen Geld strecke. Ich lehne ab und das dankend, gehe nach Hause und das schwankend, 718 Euro. 718 Euro. 718 Euro. Bitch, ich habe kein Money

Finde auf der Straße eine leere Packung Diazepam
Da war wohl jemand nicht so sparsam
Habe keine Kreditkarte, wozu auch,
Es knurrt mir der Bauch
Es fällt mir leicht Minimalist ohne Möbel zu sein
habe noch einen 5-Euro-Schein
Werfe Fünfis im Club,
ah, ich komme ja ohne Geld gar nicht hinein
So ist das mit dem Armsein
718 Euro. 718 Euro. 718 Euro. Bitch, ich habe kein Money

Paare

Es gibt ja Menschen, die sich nicht gerne allein mit Paaren treffen (außer für eine Ménage à trois vielleicht oder zum Skat spielen).

Ich mag das – aber nur, wenn das Paar nicht frisch zusammen ist. Da fühlt man sich dann nämlich wirklich wie das dritte Rad am Wagen, wenn sie sich die ganze Zeit abschlecken, Saliva austauschen, sich Küsschen geben, streicheln, verliebt ansehen, in Babysprache miteinander reden, über Namen für ihre zukünftigen Kinder reden, die mögliche Hochzeit oder Hochzeitsreise planen, Bilder voneinander machen, sich unter Kleidungsstücke fassen und der Penisträger in der Beziehung (oder beide im Fall eines schwulen Paares) muss womöglich noch eine Erektion verstecken und die Person (oder die Personen) mit Scheide hat vielleicht eine besonders feuchte Scheide und sondert überall Scheidensekret aus bei Erregung wie ein spuckendes Lama und man selbst als Unbeteiligte/r sitzt nur blöd daneben und denkt, dass Menschen sehr komisch sind.

Paare, die schon länger zusammen sind, eignen sich viel besser, um sich mit ihnen zu treffen. Ich – wenn ich vielleicht nicht mehr so ganz nüchtern bin – als Berufsjugendliche – führe mich dann immer ein bisschen so auf wie als wären sie meine Babysitter, was gut ist, denn an mir können sie üben, wie es ist Eltern zu sein, falls sie mal Kinder haben möchten.

Vielleicht sollte man aber auch nur mit asexuellen Menschen befreundet sein oder mit gar keinen und sich ein paar Katzen zulegen. Ungefähr 50 Stück. Aber dafür braucht man Platz, Zeit und vermutlich einen guten Staubsauber. Es sei denn man entscheidet sich als Crazy Cat Lady für Nackkatzen. Das juckt dann auch nicht so, wenn 50 Katzen einem im Schlaf über das Gesicht klettern und man das ein oder andere Katzengesäß aus nächster Nähe begutachten darf.

Das katzenlose Single-Dasein hat aber auch seine Vorteile. Single zu sein kann gut sein. Denn die Angst vorm Alleinsein ist nicht das, was uns zu lieben fähig macht. Jemanden zu “brauchen”, der oder die einen “komplettiert”, ist nicht gut. Es macht verzweifelt und lässt uns den Erstbesten oder die Estbeste wählen, die uns ein wenig Aufmerksamkeit schenkt, uns aber gar nicht zu schätzen weiß. So entstehen Beziehungen, die eigentlich gar keine sind. Ja, glücklich verliebt, ist schön und für viele Menschen schöner als Single zu sein, aber eine Zwecksgemeinschaft, weil gerade nichts “Besseres” da ist, mag für eine Weile funktionieren, aber so richtig wächst man doch meist als Person nicht dabei, wenn man sich nur an jemand klammert, weil man sich einredet nicht Single sein zu können. Es geht auch als Single.

Glücklich als Single bedeutet, dass man nicht bei jedem Mann oder jeder Frau, der oder die süß ist, gleich an die große Liebe denkt und sich zu schnell in etwas hineinsteigert. Man macht das eigene Ego nicht von einer Person abhängig. Man hat Zeit für Hobbys. Freiheit. Vielleicht engagiert man sich auch sozial oder für die Umwelt. Man “findet sich selbst” oder sieht sich mit zu viel Rotwein Filme an. Ist doch egal. Du bist kein Regal, das zusammengebaut werden muss. Es ist vielleicht eine Schraube locker, aber es fehlt keine. Du bist nicht unvollständig. Du bist kein Projekt, das noch fertig gestellt werden muss. Kein leeres Haus, das noch eingerichtet werden muss. Kein Fehler-Modell, das ausgebessert werden muss. Man ist auch allein komplett. Ein Ganzes. Niemand muss sich komplettieren. Du bist einzeln großartig. Ein Partner sollte dich bereichern. Nicht retten.

Freundschaften knüpfen, neue Hobbys finden, kreativ sein, etwas lernen, fremde Länder erkunden, an deiner Karriere arbeiten, beim Tierschutz aktiv sein, nichts tun – dafür brauchst du keinen Partner. Hast du schon mal daran gedacht, dass du vielleicht Single bist, weil du momentan nicht bereit für eine Beziehung bereit bist und dass Hollywood-Filme genau das sind, nämlich Filme, und dich nicht unter Druck setzen sollten? Und was die “Gesellschaft” sagt, kann dir auch egal sein. Wie oft befragt die Gesellschaft denn dich zu deiner Meinung?

Das denke zumindest ich und vielleicht denkst du mal darüber nach.

Tinder

So stelle ich mir Tinder vor

 

Malte-Erik, 26: “Öhm ja, ich hatte schon voll viele Tinder-Dates und so, ja. Das letzte war schrecklich. Das lief erst mal so voll gut, die sah voll gut aus und war auch übelst klug und so, weil beim Date meinte sie so: “Omg ja, wir sind irgendwie voll die verlorene Generation und so. Weil, weißt du so, wir haben so krass viel Verantwortung und so. Welchen Filter nehme ich bei Instagräm, soll ich meinen Ex-Freund bei Facebook als Freund löschen, weil ich jetzt mit seinem Bruder zusammen bin, ist es uncool, wenn ich zu einem Vortrag in meiner Uni von Michael Nast gehe, obwohl sein Buch doch so voll wichtig ist und so, aber mein Ex-Freund meinte, der wäre irgendwie uncool, hm, und Michael Nast ist doch irgendwie so voll süß und ich weiß jetzt gar nicht, was ich machen soll, ich habe doch schon die Karten für Michael Nast, hm ja und soll ich lieber einen Mode- oder Food-Blog haben, zu welcher Fäschn Week soll ich gehen, welchen Detox Tea kaufen und hm, und ähm, ja, und was ich auch noch sagen wollte, ist, ja, also, ich sage das jetzt einfach mal, dass das nämlich ja auch irgendwie voll scheiße ist irgendwie, auf gut Deutsch gesagt, und das muss auch mal gesagt werden, und darum sage ich das jetzt mal, ja, also, ich wollte sagen, dass der zweite Weltkrieg jetzt schon sooooo lang her ist und wir Deutschen sind ja immer noch voll schuld wegen der ganzen Juden und so. Können die Juden nicht mal irgendwie aufhören rumzustressen? Omg, war das jetzt rassistisch oder so? Ich habe nichts gegen Juden. Die sollen halt nur mal irgendwie über was anderes reden und so. Das sind irgendwie voll die Hobbylosen und so. Und warum sind wir Deutschen immer schuld? Was ist denn mit den blöden Ösis? Ich meine ja nur, Malte-Erik.“ und ich sagte: “Endlich mal eine kluge Frau. Ich dachte, es gäbe nur Dumme. Ja, Stalin hat ja auch voll viele umgebracht und Maoam auch und so. Das habe ich mal bei einer Ntv-Dokumentation gesehen. Darüber redet ja auch keiner. Immer nur wir Deutschen. Hm, oder war das auf N24?“ und sie so: “Stalin? Ist das ein DJ? Ich glaub, ich habe den schon mal im Berghain gesehen.“ und da war ich voll beeindruckt irgendwie, mein Herz pochte ganz laut und ich hatte gleichzeitig eine Erektion und das war so Herz-Emoji irgendwie und ich konnte es nicht glauben, dass ich mit so einer klugen Frau bei einem Date bin, die sich irgendwie voll viele Gedanken macht und so und ich wollte halt schon ein Start-up-Unternehmen mit ihr gründen, als sie meinte, dass sie immer ironisch ins St. Oberholz geht, weil sie da um die Ecke wohnt und sie hat zwar auch ein Macbook, aber das nimmt sie da nicht mit, weil ihr das irgendwie peinlich wäre, weil sie ja nur einen Kaffee trinken will und die im St. Oberholz haben ja eh irgendwie nichts zu sagen und sollten aufhören zu schreiben und so, weil sie hat viel mehr zu sagen. So voll einsteinmäßig, ja, aber dann, dann hat sie Foucault falsch ausgesprochen, Foucault, weil sie hat nämlich Fucker gesagt und sie meinte, sie hat ihn gelesen, weil das ja voll zu einem intellektuellen Menschen irgendwie dazugehört, dass man den liest, aber sie hat gar nicht verstanden, was er da schreibt und so und dann hat sie ihn bei unserem Date falsch ausgesprochen und das war so schrecklich irgendwie. Da habe ich das Date gleich abgebrochen und bin schreiend rausgerannt und musste einen frischen, grünen Smoothie für 10 Euro trinken, weil wegen der Vitamine und der freien Radikale und so, weil ich die nach dem Date dringend brauchte für meinen Detox. Hm, ja.“ und er fängt an zu weinen. “Ich studiere Soziologie. Und dann das. Bitte, schnell. Bring mir einen Smoothie. Fucker!“ und er bricht zusammmen, kauert auf dem Boden in der Ecke und schlägt mit dem Kopf gegen die Wand. Die Verzweiflung ist ihm ins Gesicht geschrieben. “Ich leide an posttraumatischer Belastungsstörung! Smoothie! Schnell. Hiiiiiiiiiilfe! Buhuhu. Foucault! Ich werde allein sterben! Niemand liebt mich! Ich will zu meiner Mama! Ich hasse euch alle!“

Julia, Nickname Bi-Girl69, 24 schreibt: “Ich habe in meinem Profil geschrieben, dass ich natürlich Feministin bin, damit die geilen Weiber, die Feministinnen sind, nicht denken, dass ich was gegen sie habe. Ich habe geschrieben: “Ein bisschen bi, schadet nie. Schreibt mir, ihr heißen Girls.“ Und da kommt so eine zum Date und die ist irgendwie so voll behaaart, so voll Urwald-mäßg, und ungeschminkt? Und ich so wtf?! Und ich so: ‘ewwwww. Wie siehst du denn aus?‘ und die so: ‘Warum?‘ – ‘Ja, du bist so behaart und hässlich halt?‘ und dann kam dann raus, dass das irgendwie voll das Missverständnis war. Ich: Feminismus= freethenippple, sex positive, Porn is empowering for women, omg, you guys, habt voll viel Sex mit jedem, weil sonst seid ihr voll prüde lolz und Christen halt, Prostitution is empowering for women, Pussy Riot, Femen und die so: Typ Kampflesbe in Flanell, BMI mindestens 28, kauft Sexspielzeug im Baumarkt, second Wave Feministin. Hm ja, dann date ich jetzt vielleicht doch wieder nur süße Boys und keine hässlichen Weiber. Am besten Boys in Bands, aber nur der Sänger oder vielleicht noch der Gitarrist. Weißt du, was ich meine?“

Daniel-Hendrick, 28: “Jan Böhmermann ist so voll witzig haha. Das ist der beste Satiriker vom Deutschland. Omg, Satire darf alles, okay? Das mit dem Ziegenficken hahahahaha. So witzig. Oder waren das Schafe? Ich liebe Böhmi so. Wie viele Satiriker ich sonst noch kenne? Ja, öhm, keine. Nein, warte mal, Klaus Winterschledt? Und Otto Walkes. Ist Otto Walkes ein Satiriker? Ja, oder? Hm, dann noch Mario Barth vielleicht. Und du so?“

Dennis 26: “Es ist echt wichtig informiert zu sein und Nachrichten und so zu lesen. Ich bewundere ja total Leute, die bei Springer arbeiten. Ich würde da auch voll gerne arbeiten, aber ich bin halt nicht so talentiert. Ich meine, Frededick Schniedeln omg, das ist so ein voll krasser Hipster-Typ. Der ist so der König von Mitte, ey. So wie halt der König von Mallorca Jürgen Drews, aber Mitte-Hipster halt und nicht Mallorca oder meinst du der wohnt im Prenzlberg? Omg, ich wohne auch im Prenzlberg. Letztens war ich so in Kreuzberg gewesen. Omg, das war voll dreckig da irgendwie und die chicks waren auch nicht so prall. Ich mein, ich konnte die gar nicht auschecken, weil die halt so ihre Moslemtücher umgebunden haben und so. Frededick ❤ Ich will auch so ein cooler Hipster-Typ sein. Ist das jetzt irgendwie gay? Liest du gerne den Focus und die Welt? Diese Zeitungen regen voll zum Nachdenken an. Denken ist ja eigentlich voll lame so und macht voll müde. Ich lese ja sonst nur die Schlagzeilen der Bild im Spätkauf lolz. So voll gut. Ich habe früher auch voll gerne die FHM gelesen, aber die gibt es ja leider nicht mehr. Ich liebe auch Don Alphonso. Der ist so klug, ey.  Der ist jetzt auch bei der Welt hihi. Was liest du denn so? Hm, kenne ich nicht. Klingt irgendwie langweilig und so. Bücher von französischen Autoren? Ich kenne mich schon mit Französisch aus, aber nicht mit Büchern hahahahahaha. Wolle wu kuschä aveck moah? Hahahahahahahahahahahahahahahahaha. Blasen geht auch. Hahahahahaha. Kannst du mir mal ein Nacktbild von dir schicken? Ich will ja schon mal vorher checken, ob sich ein Treffen mit dir überhaupt lohnt, Baby. Magst du anal?“

Marvin, 23: “Du kennst ja irgendwie nur so alte Musik und Filme und Bücher und so? Voll langweilig.“

Ingo, 30: “Ich liebe dich, warum schreibst du mir nicht? Ich habe dir vor zwei Minuten schon mal geschrieben und du ignorierst mich? Wer denkst du, wer du bist, du dumme Schlampe? Ich bin dir wohl nicht gut genug, was? Ihr Frauen wollt doch eh nur Typen mit Geld und einem dicken Auto. Ich wollte dir gar nicht schreiben. Ich habe mich verklickt. Dir will doch sowieso keiner schreiben. Darum hast du dich auch hier angemeldet, weil du keinen abkriegst. Du hässliche Schabracke. Du bist so dumm.“ Weitere Nachricht: “Hure.“

Patrick, 29: “Dickpic“.

Daniel, 35: “Sorry, du bist mir zu alt. Ich suche nur 18 – 23”.

Luis, 28: “Nein, das hier ist keine kostenlose Werbung für mich, aber geh mal auf diese Seite. Das ist mein Unternehmen. Wenn du Waren im Wert von 1000 Euro bestellst, können wir ein Date haben. Vielleicht kaufst du bei unserem Date noch mehr.”

Finn-Luca, 18: “Wollen wir uns treffen, bae? Ich steh voll auf Milfs und du bist echt #onfleek Mein Opa sagt auf alten Schiffen lernt man segeln. Magst du Bibi’s Beautyplace? Wer ist deine Lieblings-Kardashian? Was trinkst du gerne bei Starbucks? Findest du auch, dass Justin Bieber jetzt cool geworden ist? In meinem Profil steht zwar 18, aber ich bin erst 16. Deshalb vor meinem 18. Geburtstag nur Petting lmao. Ich fasse dich kurz für eine Sekunde am Arm oder Ohr an oder so, du stöhnst ganz laut und dann cumshot wie in den Pornos. Du willst ja nicht in den Knast? Wie bei Orange is the new Black rofl. Age is just a number und 1 Gefängniszelle ist auch nur 1 Raum bahahahaha muahahaha. Auf, schreib, mir, grandma. Komm schon, hoe. Bist du gut in Englisch? Ich bräuchte Hilfe bei den Hausaufgaben. Ich bin versetzungsgefährdet. Hast du 1 Auto? Du kannst mich gerne mal von der Schule abholen und meinen bros und mir Bier kaufen. No homo. Ich und meine bros hätten voll gerne Tattoos. Wir dachten so an Tränen unter den Augen. Kannst du mit ins Tattoo-Studio kommen und sagen, dass du unsere Mom bist? Du hast halt früh angefangen lmfao. Bitch lol.” Augerginen-Emojis.

Pollyanna 27 und Manfred 30: “Hi, wir sind ein Poly-Paar und suchen eine Gespielin. Wärst du interessiert? Wir wollen aber noch mal explizit erwähnen, dass wir POLY sind. Das heißt, wir schnackseln mit jedem und kennen keine Eifersucht. Hi, jetzt schreibt Manfred. Also, ich war schon mal eifersüchtig, als die Pollymaus was mit meinem Chef hatte, die haben es wie die Karnickel auf dem Kopierer getrieben, aber das war ja nur ein Quickie. Das ist einfach dieses soziale Konstrukt der Monogamie, das uns aufgezwungen wurde, das mich noch voll an den Eiern hat, aber ich löse mich immer mehr. Hier wieder, Pollyanna. Ja, also, wir wollen nur mal schreiben, dass die Scheiß-Monogamie so voll obsolet ist. Diese ganze heteronormative Spießerscheiße, ey. Die Leute lügen sich nur was vor und die sind halt mal so gar nicht glücklich. Also, was ist? Kommst zu zum Schnackseln vorbei? Wir können uns auch bei dir treffen. Was sind deine sexuellen Vorlieben und Tabus? Kannst du vorher einen Chlamydien-Test machen? Manfred hat schon mal Chlamydien von seinem Bankberater bekommen und das hat so gejuckt. Bist du rasiert? Manfreds Maße sind 19×6. Heiße Küsse, Pollyanna und Manfred.”

Julia, 25: “Ich bin Journalistin und Autorin. Ich wohne in BERLIN. BERLIN ist das neue New York. Das sogenannte New new York. Ich bin nur hier wegen eines Artikels über Tinder. Soll ich dir von meinem Tag erzählen? Ein Mann in billigen, verschlissenen Klamotten sieht MICH an, wie ICH ins Taxi steige. Sein schmutziges Gesicht ekelt MICH an. Ja, ICH habe Geld, armer, hässlicher Mann. Ja, ICH steige ins Taxi. Ja, ICH fahre in die Redaktion. Ja, ICH treffe mich mit meinem CHEFredakteur Dulf Schnorchlhardt und du bist arbeitslos. Ja, ICH. ICH rauche eine Zigarette und blase ihm den Rauch ins Gesicht. Er will Kleingeld. ICH gebe ihm keines. “Verpiss dich, hässlicher Mann“, sage ICH. “Du bist arm und erbärmlich und ICH bin eine überaus erfolgreiche, talentierte Medien-Lady.“ ICH fahre im Taxi an Jugendlichen vorbei. ICH hasse sie. Da sind auch noch hässliche Frauen. Überall sind die. ICH hasse auch sie, diese unterbelichteten Nutten, aber ich verspüre auch etwas Mitleid. Sie können nichts dafür, dass sie nicht ICH sein können. ICH. Es ist Wetter, es ist ein Tag. Das Wetter tut, was das Wetter tut. Schlapp wettert es sich vor sich hin. Das Wetter, es ist nicht Jörg Kachelmann. ICH bin nicht das Wetter. ICH bin. ICH. ICH. Unsere Generation ist depressiv. Ennui, Ennui. ICH, ICH. Der Tag tagt mal wieder eine Tagung. Bis die Tage will ICH sagen, aber morgen wird schon ein neuer Tag sein. Das ist, was der Tag macht, er kommt immer wieder wie Herpes. Man kann den Tag nicht vertagen. Tag ein, Tag aus, ist da Tag, so viel Tag und das Wetter, das Wetter, ja, das auch. Wir sind reich und darum so arm. ICH bin so tiefgründig. ICH bin ICH. ICH gucke mir Tschörmani’s Näxt Topfmodel an. ICH bin schöner als wie die alle. ICH. ICH bin zu famous geworden. Darum lege ich mir ein Pseudonym zu. ICH bin ja auch irgendwie voll pseudo hihi. ICH nenne MICH Schwére von Bägriffe. Das Von bitte nicht vergessen. ICH bin schön und klug und ihr seid alle dumm und ekelhaft. Kauft euch Rotkäppchen-Sekt von eurem Hartz IV. Ihr widerliches Gesindel. Pöbel. Seid ihr dumme, fette, feministische Kampflesben oder Psycho-Autisten oder beides irgendwie? Gebt MIR Geld, ihr dummen, primitiven Affen. ICH fahre an euren Arme-Leute-Hochhäusern und der Klapse vorbei und lache euch aus. Ihr werdet nie ICH sein.“

Ralph-Thorben, 49: “Willst du nicht mal einen richtigen Mann? Diese ganzen Grünschnabel haben doch nichts drauf, Süße. Die arbeiten doch alle bei Vice or machen ein Praktikum und nehmen schlechtes Koks. Du willst dich doch nicht auf einer dreckigen Matratze in einem WG-Zimmer von so einem schwängern lassen? Versau dir nicht die Zukunft, Mädchen. Mir gehört eine Werbeagentur und ich habe gutes Koks. Ich habe eine Eigentumswohnung mit Dachterrasse. Also, was ist? Schick mir mal deine Nummer? Ich habe das ja hier alles eigentlich gar nicht nötig, aber ich war mal neugierig, Darling.“

Julian, 25: “Nein, Schatz, ich bin hier nicht angemeldet, um Frauen kennenzulernen. Bist du dumm? Wie kommst du darauf, dass ich das hier machen will? Was unterstellst du mir? Ich will nur dich. Du bist ja paranoid. Ja, und? Ist es verboten sein Bild bei Tinder zu ändern? Das bedeutet nicht, dass ich hier aktiv bin. Du bist doch verrückt. Nein, das war keine Benachrichtigung von Tinder. Ja, das weiß ich doch nicht, warum Tinder mir das schickt. Du solltest eine Therapie wegen deiner Eifersucht machen. Das ist ja nicht normal. Ja, deine Freundinnen haben mich bei Tinder gesehen, als wir Streit hatten, weil du wieder so zickig und eifersüchtig warst und ich mich ablenken musste. Ich brauche das für meine Ego. Ich suche nur Freunde. Ich weiß nicht, warum ich mich hier angemeldet habe. Mein Hund hat sich bei Tinder eingeloggt.”

Horst-Joachim, 82: “Na, du kesse Biene. Willst du mal um meinen Stängel herumschwrirren? Ich habe euch eine Ladung Nektar für dich. Ich habe eine Großpackung Viagra. Magst du Rollenspiele?“

 

Alle erwähnten Personen sind natürlich frei erfunden.

Betrunken blamiert

Wie man damit umgeht, sich betrunken blamiert zu haben

Der Alkohol floss in Strömen und Sie wurden gefühlsduselig, haben peinliche SMS verschickt, fremde Menschen mussten als Ihre Therapeuten oder Therapeutinnen herhalten, nackt waren sie vermutlich auch noch und haben so viel geredet, dass niemand anderes zu Wort kam. Leider haben Sie nichts sonderlich Intelligentes gesagt, im Gegenteil, wenn ich so sagen darf und jetzt schämen Sie sich verständlicherweise. Was können Sie trunkener Tunichtgut nun für Ihr Ego tun?

Viele Menschen mögen Listen. Deshalb hier eine Liste für alle beschämten Trunkenbolde.

 

1.

Wer immer schon mal daran gedacht hat auszuwandern – weit weg, nach China zum Beispiel – jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Sachen packen und los geht’s. Üben Sie sich aber bitte in der neuen Heimat in Abstinenz oder maßvoller Selbstkontrolle. Sonst müssen Sie innerhalb weniger Tage – oder vielleicht sogar am Ankunftstag – wieder auswandern, weil Sie sich schon wieder betrunken blamiert haben. Da kann man aber eine Karriere als Vertreter/in durchaus in Erwägung ziehen. Lassen Sie sich in Ihrer Arbeitsagentur beraten

 
2.

Falls Sie es mit der betrunkenen Blamage nicht sein lassen können, können Sie sich vielleicht in ein islamisches Land versetzen lassen bzw. den Arbeitgeber wechseln. Da ist Alkohol gleich verboten. Wenn Sie sich da nüchtern immer noch daneben benehmen, liegt es nicht am Alkohol, dass Sie so sind wie Sie sind. Das nur mal so. Lassen Sie das dann vielleicht lieber sein, falls Sie sich nicht in eine existenzielle Sinnkrise stürzen möchten.
Wer nicht auswandern möchte, kann sich ja in der Nachbarstadt absetzen, wo einen niemand kennt

 
3.

Wer öfter mit dem Gedanken gespielt hat Schönheitsoperationen auszuprobieren und sich bis zur Unkenntlichkeit zu verändern, hat jetzt einen guten Grund dazu. Auch schön wäre eine vorgetäuschte Transsexualität mit Namenswechsel. Wenn Sie zwar dem Alkohol nicht abgeneigt sind, aber Aufwand und Ambition scheuen und deshalb das Obige für Sie nicht in Frage kommt, dann wäre es für Sie empfehlenswert ab sofort nur noch verkleidet vor die Haustür zu gehen. Niemand wird Sie erkennen und Sie können so tun als sei nichts gewesen

 

4.

Gibt es Außerirdische? Warum nicht Astronaut/in werden oder gar selbst ein Raumschiff bauen, damit ins All fliegen und es herausfinden. Wenn es keinen Alkohol auf dem neuen Planeten gibt, kann ja nichts schiefgehen

 
5.

Falls Sie sich vor einer Gruppe Menschen betrunken blamiert haben, die sich jetzt über Sie lustig macht und das auf überaus gemeine Art, kann man sich doch einfach ein paar Gerüchte über diese unangenehmen Zeitgenossen ausdenken und verbreiten, die um noch um einiges peinlicher sind. Schon redet niemand mehr über Sie

 
6.

Verdrängen Sie

 

7.

Betrinken Sie sich wieder und dieses Mal trinken und blamieren Sie sich noch mehr. Dann ist das eine Mal, als Sie sich betrunken blamiert haben, nicht so peinlich, weil es öfter vorkommt. Irgendwann gewöhnt man sich daran

 

8.

Haben Sie schon mal daran gedacht, dass die Menschen, die Sie in Ihrem betrunkenen Zustand aushalten mussten, Sie schon vorher nicht mochten und nun hat sich die Abneigung gegen Sie nur nochmals vertieft? Es ist doch schön für Sie, dass Sie schon vorher unbeliebt waren

 

9.

Reden Sie sich ein, dass die anderen Menschen langweilig sind und deshalb nicht Ihr peinliches, betrunkenes Verhalten zu schätzen wissen

 
10.

Werden Sie Prank-Youtuber und verdienen Sie Millionen. Da kann man für Geld peinlich sein und seinen Freunden weismachen, dass das betrunkene, peinliche Verhalten nur Übung für die bevorstehende Youtube-Karriere war

 
11.

Wechseln Sie den Freundeskreis. Wenn Sie nur noch mit Ballermann 6 – und Balaton-Saufbrüdern befreundet sind und Ihre Wochenenden ab sofort aus einem Junggesellenabschied nach dem nächsten in den Rotlichtmilieus diverser europäischer Städte bestehen, ist die Erwartungshaltung an Sie eine ganz andere und Sie erhalten sogar noch Lob für besonders peinliches, betrunkenes Benehmen

 

12.

Vielleicht liegen Ihnen aber auch Drogen einfach mehr als Alkohol. Man kann aber auch immer noch die heftigste Droge überhaupt versuchen: Nüchternheit, bei Ihren armen Mitmenschen entschuldigen und aus den Fehlern lernen

 

Zusammen

Sie hatten sich ein Reihenhaus gekauft. Tillman, Larissa die zwei Kinder und der Hund. Die Kinder sagten, sie hätten noch gerne ein Meerschweinchen, aber Tillmann und Larissa wussten nicht so recht, ob der Hund nicht schon als Haustier ausreichte. Man musste so oft mit ihm Gassi gehen und er war süß, aber groß und nahm viel Platz in Anspruch und jetzt auch noch ein Meerschweinchen? Sie waren sich nicht sicher. Zu zwei Meerschweinchen hatte ihnen Klothilde, die Tierfreundin aus der Nachbarschaft, mit der sie manchmal Smalltalk führten, geraten. Man hält mindestens zwei Meerschweinchen, nicht eines allein, sagte Klothilde. So ein Meerschweinchen, oder zwei besser gesagt, das nimmt nicht viel Zeit und Platz in Anspruch, so dachten sie, aber zusätzlich zum Hund noch zwei Meerschweinchen? Würde das nicht zu viel werden für sie und die Kinder? Die Kinder waren noch klein und die meiste Arbeit den Hund betreffend fiel auf sie ab. Tillmann und Larissa sagten zwar “sie”, aber meinten damit eigentlich nur Larissa.

“Es ist jetzt fünf Jahre her, dass wir uns bei einer Dating-App kennengelernt haben”, sagte Larissa, nachdem die Kinder im Bett waren.

“Ja, das ist doch schön Schatz”, sagte Tillmann.

“Ein Arbeitskollege, Luis, hat schon wieder gefragt”.
“Schöne Grüße”, sagte Tillmann.

“Und der Paketbote.”
“Ist der nicht schon in Rente?”

“Nein.”

“Der sieht so alt aus.”
“Schatz.”
“Was kochst du heute? Ich hätte mal wieder Lust auf Thüringer Klöße”, sagte Tillman.
Larrisa stöhnte.
“Müde, Schatz?”
“Nein”, sagte Larissa. “Ich würde nur gerne mit dir reden.”
“Das trifft sich gut. Ich auch mit dir. Hast du schon über die Meerschweinchen nachgedacht?”

“Schatz, können wir darüber bitte ein anderes Mal reden?”
“Aber Larissa”, sagte Tillmann. “Willst du nicht, dass die Kinder happy sind?”
“Nein,” sagte Larissa laut. “Ich meine doch.”
Eines der Kinder weinte.
“Na toll, Larissa. Jetzt hast du die Kinder geweckt.”
Larissa seufzte. “Ich gucke mal, was er hat.” Aber da verstummte das Kind wieder.
“Er schläft weiter”, sagte Larissa.
“Ja”, sagte Tillmann und blickte wie hypnotisiert auf sein Handy-Display.
“Zwei Meerschweinchen, Schatz?” fragte er.
“Tillmann, ich muss mit dir reden.”
Tillmann stöhnte auf. “Was ist denn, Larissa? Hast du deine Tage?”
“Nein, aber ich will mit dir reden.”
Tillmann blickte nicht vom Handy auf.
“Ich rede mit dir”, sagte Larissa.
“Was?” sagte Tillmann gereizt.
“Sind wir zusammen oder nicht?” sagte Larissa.
“Fängst du schon wieder damit an?” sagte Tillmann. “Ich habe dir gesagt, dass ich keine Labels mag. Du sollst nicht immer so emotional und aufdringlich sein.”
“Wir sind seit über fünf Jahren zusammen, haben Kinder und ein Haus.”
“Hund”, sagte Tillmann.
“Bitte?” sagte Larissa.
“Wir haben auch einen Hund und vielleicht auch noch Meerschweinchen.”

Feministische Mode

Aufdrücke wie ”Feminist”, ”Girls support girls” und ”This is what a feminist looks like” zieren die T-Shirts und Tops in den Bekleidungsgeschäften und Online-Verkaufsseiten westlicher Länder und viele Menschen fragen sich: Ist das feministisch? Ist das feministische Mode?

Zu Recht wird von Feminist/innen selbst, aber auch von den verbissenen Anti-Feminist/innen kritisiert, dass die Kleidung in ärmeren Landern in Asien von Mädchen und Frauen genäht wird, die für einen Hungerlohn und unter schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten müssen und ausgebeutet werden, damit – so lautet die Kritik – ignorante Frauen im Westen mit erhobener Brust politische Statements, die für Solidarität unter Frauen stehen sollen, auf der so modisch-“woken” Kleidung präsentieren können. Im normalen Alltag, auf sozialen Medien, beim Women’s March.

Es war 2014 als Karl Lagerfeld mit seinen Models bei der Präsentation der Chanel-Frühlingskollektion eine feministische Demonstration inszenierte. Ist das Feminismus oder Marketing wurde gefragt. Vermutlich ging es Lagerfeld eher um Geld. Das Auffangen eines Trends. Femnistinnen galten nicht mehr als unmodische lila Latzhosen-Trägerinnen, nein – oftmals jung und aufgeschlossen, kaufkräftig, hip und ”empowered”. Daraus musste Kapital geschlagen werden.

Es geht um Geld in der Mode-Industrie. Die großen und kleinen Modehäuser möchten verkaufen. Moderne Frauen posten auf sozialen Plattformen wie Instagram über Feminismus. Man ist nicht mehr wie früher die ”behaarte Männerhasserin” und wenn man behaart ist, sieht man dabei gut aus. Feminismus ist seit ein paar Jahren ”in”. Der Mainstream-Feminismus ist ein liberaler Feminismus. Die bestimmenden Themen sind sexuelle Freizügigkeit, die Unterstützung von Porno-Industrie und Sex Work und ”Identity politics”. Der liberale Feminismus lässt sich gut verkaufen. Man kann ”gut aussehen”, Konsumentin und Feministin sein.

Ist es daher gut, wenn meist junge Frauen diese ”feministischer” Mode kaufen?

Ja und nein.

Selbstverständlich ist es von Feministinnen abzulehnen, dass die so frauenfreundlich-scheinende Kleidung von armen Mädchen und Frauen in Asien genäht und dann im Westen verkauft wird, aber zumindest beschäftigen sich die Feministinnen in der westlichen Welt mit Feminismus und stehen dazu, schämen sich nicht mehr, denn auch wenn Feminismus nicht mehr so einen schlechten Ruf hat – immer noch bei unpolitischen, konservativen und weltfremden Menschen, aber auch bei den Möchtegern-“coolen Girls”, die alles daran setzen Mann zu gefallen und ja nicht negativ aufzufallen wie die ganzen ungezähmten, hysterischen Feministinnen – und die feministische Bewegung unterstützt wird von aufgeklärten, modernen Menschen, sind noch nicht alle Menschen über Missstände aufgeklärt. Diese sogenannte feministische Mode bietet Berührungsfläche mit dem was Feminismus sein könnte. Es ist oberflächlich, aber es ist eine erste Begegnung und ein Statement: ”Seht her, ich bin Feministin.” Frau schämt sich nicht, denn es gibt nichts, worüber man sich schämen muss. Frau ist stolz und das ist gut.
Frau zeigt anderen Frauen, dass sie stolz ist. Es ist besser, dass vielleicht die Lieblings-Influencerin Feministin ist und das auch nach außen trägt als Vorbild für ihre Followerinnen als dass eine spießige Anti-Feministin zum millionsten Mal verkündet, warum sie “den” Feminismus ablehnt und keine Feministin ist. Sie ist “kein Opfer”, sie mag Männer, “Frauen geht es hier doch gut”, eine Frau, die Feministin ist und die aber keineswegs als Vertreterin aller Feministinnen gewählt wurde, hat mal etwas gesagt, was der Anti-Feministin nicht zusagt und deshalb sollte sich jeder von “dem” Feminismus lossagen. Es ist immer das Gleiche. Dann lieber eine kluge, moderne Frau mit einem feministischen Slogan auf der Brust, der neuen feministischen Werbefläche. Aber es gibt einiges zu kritisieren.

Nicht nur die Herstellung der feministischen Mode und die Kritik an dieser ist etwas, womit man sich beschäftigen muss.

Es kam in diesem Sommer heraus, dass der Gründer und CEO Alan Martofel des Modelabels “Feminist Apparel”, das sich, wie der Name erahnen lässt, auf feministische Mode spezialisiert hatte, Frauen sexuell belästigt hatte, bevor er seine Berufung als feministischer Geschäftsmann gefunden hatte und das zu Geld gemacht hatte. Als Angestellte des Betriebs daraufhin seine Kündigung forderten, entließ Martofel diese.
Wir wissen nicht immer, wer hinter feministischer Mode steckt und was deren Beweggründe sind. Ein gutes Herz? Selten im Kapitalismus. Das muss auch nicht immer Feminismus im Kapitalismus sein. Beauty- und Mode-Label und andere Großkonzerne, die auf einmal auf “Body positivy” und “inclusivity” setzen, sind nicht immer authentisch und man sollte, wenn es um Geld geht, nicht zu naiv sein.

Ist es egal, ob man feministische Mode trägt, die von armem Frauen genäht wurde, weil das Top ohne feministischen Bezug auch von diesen Frauen genäht wird? Nein, das wäre scheinheilig.

Dass die Tops, Pullover und T-Shirts eben nicht Fair Trade sind – das muss kritisiert werden. Warum nicht jemand unterstützen, der eigene Mode, Mode mit feministischen Aufdrücken, verkauft oder warum nicht selbst machen?

Warum nicht mit Frauen fair zusammenarbeiten?

Wir alle sollten unser Konsumverhalten hinterfragen und uns Gedanken über Fast fashion machen, weniger kaufen. Die Kritik an feministischer Mode sollte eine Kritik an aller Mode sein. Es ist nur ein kleiner Ansatz. Feministische Mode ja, aber nicht ohne sich vorher Gedanken gemacht zu haben, was man mit dem Kauf dieser Mode unterstützt.

Mykonos, bitch

 

 

Vielleicht sollte ich auch mal wieder abends ausgehen statt melancholisch herumzuhängen und zunehmen,  aber ich denke aus dem Alter bin ich heraus. Es ist erst wieder “hip” auszugehen, wenn man alt ist. Ab einem gewissen Alter hat das alles so ein bisschen etwas von: Hat er oder sie nichts Besseres zu tun tun? Und meistens ist es ohnehin langweilig. Und dann macht man eine kleine Pause von drei bis vier oder fünf Jahrzehnten und taucht wie Phoenix aus der Asche als Techno-Rentner auf, der länger wachbleiben kann als die jungen Hüpfer und dank neuem Hüftgelenk auch besser tanzen kann. Aber andererseits ist das nur so eine Art “Alters-Shaming”. “Feiern gehen” war schon mit 18 langweilig und nur dank diverser Muntermacher und dergleichen besser als nicht feiern.

Vielleicht ist das auch irgendwie nur eine Winterdepression, die aber einfach ein bisschen aufdringlich ist und sich in allen Jahreszeiten breitmacht.  Ganz schön großes Ego. Vielleicht soll ich sie als Inspiration nehmen.

Bewerbung als Reporterin

SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG

Ericusspitze 1

20457 Hamburg

Hi, ihr Süßen,

ich habe gehört, dass bei euch eine Stelle frei geworden ist, da Claas Relotius gekündigt wurde hihi.

Ich bin momentan auf Expedition in Südamerika, in Bolivien genauer gesagt, wo ich ein Naturvolk entdeckt habe über das es noch keine Erforschungen gibt. Ich bin hier seit einem Monat und habe inzwischen die Sprache des Stammes, der mich aufgenommen hat, erlernt. Erst waren die Ureinwohner misstrauisch auf Grund meiner schönen, blonden Haare, aber mittlerweile haben sie mich ins Herz geschlossen. Ich bin ja auch ziemlich süß und liebenswürdig. Der Häuptling hat bestimmt, dass ich seine Nachfolge antreten soll, da er inzwischen in die Jahre gekommen ist. Ich denke aber nicht, dass ich das Angebot annehmen kann.

Ich bin noch ein bisschen erschöpft von meiner Reise an den Kilimanjaro, den ich schuhlos in Rekordzeit von einer Stunde allein bestiegen habe – nicht ganz – mit einem Alpaka mit dem ich mich angefreundet habe und mit dem ich über intentionale Schwingungen – ein physikalisches Phänomen, das ich auch entdeckt habe – kommuniziert habe. Ich warte noch auf die Email des Guiness-Buch der Rekorde, die bestätigt, dass ich mit meinem neuen Rekord aufgenommen wurde. Es ist ärgerlich, dass hier im Urwald der Empfang nicht so gut ist. Ich kann auch nur schlecht in Kontakt mit der syrischen Familie bleiben, die ich bei der Besteigung des Kilimanjaros kennengelernt habe. Das ist eine ganz witzige Geschichte.

Hoch oben auf dem Gipfel traf ich eine Familie mit drei kleinen Kindern. Sie sahen müde aus und waren ausgemergelt, aber hatten ein Leuchten auf den zarten Gesichtern. Zu meinem großem Erstaunen hatten sie eine Deutschlandfahne auf dem Gipfel drapiert. “Warum hängt hier eine Deutschlandfahne?” fragte ich auf Syrisch, das ich kürzlich dank einer App, die ich selbst entwickelt habe, erlernt hatte.

“Wir sind hier in Deutschland”, sagte der Vater stolz. Er zeigte auf etwas. Ich trat näher. Ein Bild von Bundeskanzlerin Merkel. Eingerahmt. Es stand auf so etwas wie einer Kommode. Nicht fachmännisch zusammengezimmert und mit Schnee bedeckt.
Der Vater erzählte von der mühsamen Reise, von Geld, das von einer Hand in die andere wechselte, von schlaflosen Nächten und Hungersnot. Die Flucht – angetrieben von Angst aber auch Zuversicht.
Ich versuchte den Syrern zu erklären, dass sie falsch lagen. Dass dies nicht Deutschland war. Ungläubig blickte man mich an. Mein blondes, teutonisches Haare blendete sie und meine Worte sorgten für Verwirrung. Es stellte sich heraus, dass sie einmal links falsch abgebogen waren. Ich versprach wiederzukommen und die Familie nach Deutschland zu führen. Ich rufe deshalb zu einer Spendenaktion in Ihrem Blatt für diese Familie auf. Ich werde das Geld, das zusammenkommt, selbstlos verwalten und es persönlich übermitteln. Vielleicht fliege ich dafür mit einem Raumschiff nach Deutschland. Mein Altruismus ist grenzenlos.

Ich lernte in Brasilien ein weiteres Urvolk kennen, das den Kontakt zu jeglicher Zivilisation scheut. Mein blondes Haar wirkte vertrauenswürdig und nach kurzem Small Talk auf Spanisch, das ich ebenfalls fließend wie Tagalog, Ungarisch, Französisch, Englisch, Latein, Alt-Griechisch und Zulu beherrsche und das ein Jüngling, der Sohn des reichsten Mannes dieses Volkes, der einige Zeit in Andalusien verbracht hatte, sprechen konnte und sich mit mir angeregt unterhielt, führte man mich zu einem Feld und sagte, dass dort regelmäßig ein UFO landete und man in Kontakt zu Außerirdischen stünde. Ich muss aber noch einmal zurück und das Ganze erforschen. Ich lerne derzeit brasilianisches Portugiesisch, was mir meine Erforschungen erleichtern wird. Ich möchte ja keine Fake News verbreiten. Ich mache keine Lügenpresse, hihi.

Das erinnert mich aber ein wenig an meine Reise nach Indonesien, wo ich beinahe ein neues Welt-Wunder entdeckte, aber es dann doch nicht dazu kam, weil ich eine gesamte Großstadt durch meine außerordentlichen Fähigkeiten rettete.

Ich bin ein bescheidener Mensch und es beschämt mich, dass das hier den Anschein erwecken könnte, dass ich mich selbst rühme. Mein Talent als Reporter ist aber unleugbar, wenn ich das so sagen darf. 

Ich kann nicht so viel schreiben, weil ich ein gestohlenes Kunstwerk an seinen rechtmäßigen Platz in einem südeuropäischen Museum mit meinem selbstgebauten Hubschrauber zurückfliegen muss. Ich habe dafür einen Deal mit einem international bekannten Kunstfälscher und einem russischen Oligarchen in Tokio ausgehandelt, sodass das gestohlene Gemälde wieder in Kürze im Museum von der Öffentlichkeit studiert werden darf. Das ist alles top secret und leider kann ich noch nicht so viel darüber schreiben. Ich habe dafür meine Kontakte spielen lassen und gegen Diamanten, die mir ein afrikanischer Prinz hat zukommen lassen, eingetauscht. Ich und meine Deals, hihi. Ich hätte sie natürlich auch selbst behalten können, aber so bin ich nicht.

Ich muss mich eigentlich für meine Rolle als neuer James Bond vorbereiten, aber es gibt so viel zu tun als erfolgreicher Reporter. Mein Handy klingelt. Wer kann das sein? Ah, es ist Trump, dieser US-amerikanische Trottel. Sicherlich möchte er mich mal wieder zum Golfspielen einladen, aber dabei bin ich schon mit Obama verabredet. Trump hat mir erzählt, dass er eine Rakete aus Mexikanern bauen und dann im Mittleren Osten abwerfen lassen wollte. Ich konnte es ihm aber durch mein diplomatisches Gespür ausreden, habe aber auch auf meine saudi-arabischen Kontakte gesetzt. Ich habe unzählige Kontakte und habe so viel zu tun, aber helfe, wo ich kann.

Edward Snowden, Julian Assange und ich arbeiten momentan an einer gemeinsamen Fernsehserie für Netflix und ich habe 100 Kinder aus Syrien und dem Irak bei mir aufgenommen, aber ich hätte Zeit, um bei Ihnen als Reporter anzufangen.

Kiss
❤❤❤❤❤